Wer war Wiltrud von Hohenwart?
- Die Querleserin
- 2. Juli 2024
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Wiltrud (Wiltrudis, Biltrud) von Hohenwart (11. Jh., in Thaur in Tirol / heute Österreich - vermutlich 30. Juni oder 2. Juli 1081, in Hohenwart bei Schrobenhausen / heute Deutschland), Benediktinerin und Klostergründerin, erste Äbtissin der Abtei Hohenwart; verehrt als Selige, Gedenktag: 2. Juli (Todestag oder Tag der Beerdigung)
In der Ikonographie wird Wiltrud von Hohenwart gewöhnlich mit einem Kruzifix und einem Kranz aus Rosen dargestellt. Sie gilt als Schutzpatronin des Paartals im heutigen Bayern. Doch wer war Wiltrud?
Wiltrud von Hohenwart lebte im 11. Jahrhundert. Sie gilt als eine Tochter des im heutigen Tirol ansässigen Grafen Rapoto von Thaur. Gemeinsam mit ihren Bruder, dem Grafen Ortolf (Ortlof, Orthulf) stiftete sie um 1074 in der im bayerischen Paartal gelegenen Burg bei Hohenwart, die zu Wiltruds Besitzungen zählte, ein Benediktinerinnenkloster. Dotiert wurde das Kloster mit Besitz ihrer Herkunftsfamilie, der bis nach Tirol reichte. 1074 wurde die Kirche des Klosters geweiht, Teile der ursprünglich romanischen Klosterkirche sind bis heute erhalten. Das Kloster selbst bestand bis 1803 und wurde dann aufgelöst (Säkularisierung). Seit 1876 sind die Gebäude der Klosteranlage im Besitz der Regens-Wagner-Stiftungen von Johann Evangelist Wagner (1807-1886). Für diesen wurde 2001 ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet.. Heute sind hier Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen untergebracht.
Nach der Überlieferung war es Wiltruds eigene Entscheidung, den Schleier zu nehmen und dem weltlichen Leben zu entsagen, weshalb sie selbst in ihre Stiftung eintrat und dieser ihr gesamtes Vermögen vermachte. Sie gilt als erste Äbtissin des Klosters Hohenwart. Nach ihrem Tod wurde sie in der Klosterkirche beigesetzt.
Wiltrud zählt zu jenen adligen Äbtissinnen des Mittelalters über deren tatsächliches Leben kaum etwas überliefert ist. Als Angehörige ihrer Familie waren diese an familiären Klosterstiftungen beteiligt, denen sie relativ häufig als erste Äbtissin, Priorin oder Magistra vorstanden. Nicht selten wurden diese Damen später auch als Selige bzw. Heilige verehrt und Schutzpatronin des Gebietes, in dem sich das Kloster befand.
Wiltrud von Hohenwart ist als Persönlichkeit selbst nicht fassbar. Immerhin aber dürfte sie selbst die treibende Kraft hinter der Stiftung ihres Klosters Hohenwart gewesen sein. Offensichtlich war es auch ihre eigene Entscheidung für ein Leben im Kloster, in das ihre Mitgift investierte aber bieten ihre Herkunft im Zusammenhang mit den Gebieten, mit denen das Kloster dotiert wurde, Hinweise zur politischen Stellung und zu den Besitzungen ihrer Herkunftsfamilie und außerdem den einen oder anderen Hinweis zur damaligen politischen und geographischen Lage. Abgesehen davon wurde das Kloster von Hohenwart in einer Burg errichtet, die ihr gehörte. ...
Quellen und Literatur
Friedrich Haider: Romedius mit Wiltrud und Wolfhold. In: Hanns Humer - Werner Kunzenmann (Hrsg.): ''Große Gestalten der Kirche in Tirol''. Lebensbilder. Verlag Kirche, Innsbruck, 2002. ISBN 3-9014-5061-8. S. 95
Erhard Gorys (Hrsg.): Lexikon der Heiligen. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1997. ISBN 3-423-32507-0
Hiltgart L. Keller (Hrsg.): Reclams Lexikon der Heiligen und Biblischen Gestalten. Legende und Darstellung in der Bildenden Kunst. Philipp Reclam jun., Stuttgart, 9., durchgesehene Auflage 2001. ISBN 3-15-010492-0
Bruno Steiner: Herders Lexikon der Heiligen. Herder, Freiburg / Basel / Wien, 3. Auflage 2011
Jakob Torsy (Hrsg,): Lexikon der Deutschen Heiligen, Seligen, Ehrwürdigen und Gottseligen. Verlag J. P. Bachem, Köln, 1959, S. 570
Albert Urban (Hrsg.): Lexikon der Heiligen und Namenstage. Herder, Freiburg im Breisgau, 2. Auflage 2014. ISBN 978-3-451-32312-6, S.431
Ökumenisches Heiligenlexikon Online, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienW/Wiltrud_von_Hohenwart.html, abgerufen am 17. Juni 2024
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Alram_(Abt), abgerufen am 23. März 2024
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