Wer war Agnes von Rom?
- Die Querleserin

- 21. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Agnes von Rom (um 245 oder um 291, Rom / heute Roma, Italien - um 258/59 oder 304, Rom / heute Roma, Italien), Märtyrerin, Jungfrau; als Heilige bzw. Selige verehrt; Gedenktag: 21. Jänner
In der Ikonographie wird Agnes von Rom gewöhnlich mit einem Lamm dargestellt, manchmal auch mit einem Schwert. Das lange offene Haar verweist auf ihren Status als sehr junge und unverheiratete Frau. Das Schwert ist Attribut ihres Martyriums. Das Lamm verweist auf ihren Namen und einen Brauch, der an ihrem Gedenktag stattfindet. An diesem Tag lässt der Papst auf dem Hauptaltar der Agneskirche in Rom, die ihr geweiht ist, zwei Lämmer zur Schur weihen. Die Wolle dieser Lämmer wird zur Herstellung jener Pallien verwendet, die der Papst den neu von ihm eingesetzten Erzbischöfen und Bischöfen überreicht.
Der Gedenktag der Heiligen Agnes ist der 21. Jänner, als solcher wird dieser erstmals 321 genannt. Damit zählt Agnes von Rom zu den am längsten verehrten Heiligen. Als Heilige wird sie bis heute im ersten Hochgebet der Messe genannt.
Wer aber war sie, zumindest nach der Legende, die über sie überliefert sind?
Agnes von Rom stammte aus einer reichen, christlichen Familie. Sie soll bildschön gewesen sein. Als sie zwölf Jahre war, machte ihr der Sohn des Stadtpräfekten einen Heiratsantrag.
Heute würden wir, zumindest in Europa, davon ausgesehen, dass dieser Heiratsantrag ein Scherz war, denn eine Zwölfjährige gilt als Kind. Das Mindestalter für eine Heirat ist schon seit einigen Jahrhunderten nicht mehr zwölf Jahre, sondern wesentlich höher. Offensichtlich wurde das vor mehr als 1500 Jahren anders gesehen. Was an der Geschichte von Agnes überrascht, ist allerdings nicht nur der Heiratsantrag an eine Zwölfjährige, sondern dass es die Zwölfjährige selbst ist, die diesbezüglich ihre Entscheidungen trifft und dafür einsteht. Eltern oder andere Angehörige der Familie von Agnes kommen nicht vor.
Agnes lehnte den Heiratsantrag ab. Nicht etwa, weil sie sich noch für zu jung für eine Ehe hielt, sondern weil sie sich bereits mit Jesus Christus verlobt hatte. Daraufhin erstattete der abgewiesene Bewerber eine Anzeige gegen sie. Sie wurde daraufhin zum Tode verurteilt, doch verbot das römische Recht die Hinrichtung von Jungfrauen. Daher wurde versucht, sie einzuschüchtern. Ohne Erfolg - die Legende berichtet dann eine ganze Reihe von Versuchen, ihr die Unschuld zu nehmen und Ähnliches, was jedes Mal aber auf wundervolle Weise verhindert wurde. Schließlich wurde Agnes, angeblich im Circus Agonalis, getötet, in dem ihr ein Schwert durch die Kehle gestoßen wurde.
Dieser Circus Agonalis war eine Arena, die von Kaiser Domitian (gest. 96) erbaut worden war. Heute befindet sich heute die Piazza Navona mit der Basilika Sant'Agnese in Agone. Dort sind Reliquien, die ihr zugeschrieben werden, "fuori le mura" beigesetzt. Die heutige Basilika ersetzt eine frühere Kirche, die als Grabkirche der Heiligen Agnes gilt und bereits um 350 errichtet worden war.
Interessanterweise gilt Agnes von Rom heute als Schutzpatronin für Verlobte und etwa als Schutzpatronin vor (unerwünschten) Verlobungen. Außerdem ist sie für Kinder, Gärtnerinnen und Gärtner zuständig. Zu ihrem Gedenktag gibt es mehrere Bauernregeln wie zum Beispiel; "Scheint zu Agnes die Sonne, wird später die Ernte zur Wonne." oder "Sonnenschein am Agnestag, die Frucht wurmstichig werden mag."
Quellen und Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 31
Joachim Schäfer: Artikel Agnes von Rom. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Agnes_von_Rom.htm, abgerufen am 3. Jänner 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_von_Rom, abgerufen am 3. Jänner 2026


Kommentare