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Verwaltungsreformer und Märtyrer - Wer war Fabian?

  • Autorenbild: Die Querleserin
    Die Querleserin
  • 20. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Fabian (im 2. oder 3. Jahrhundert, Rom / heute Roma, Italien - 20. Jänner 250, Rom / heute Roma, Italien), Märtyrer, Bischof von Rom (bzw. "Papst"); als Heiliger bzw. Seliger verehrt; Gedenktag: 20. Jänner


Bauernregeln sind Sprüche mit Tradition, die auf jahrhundertelangen Beobachtungen der Natur basieren und Vorhersagen über das Wetter und landwirtschaftliche Erträge ermöglichen. Zum Gedenktag der Heiligen Fabian und Sebastian gibt es eine ganze Reihe von alten Bauernregeln wie zum Beispiel: "An Fabian und Sebastian fängt Baum und Tag zu wachsen an." oderDas nimmt Bezug darauf, dass der Gedenktag der beiden Heiligen in jene Zeit fällt, wo der Mittwinter allmählich zu Ende geht. Als Heiliger hat Fabian allerdings insofern das Pech, dass er seinen Gedenktag mit dem Heiligen Sebastian (gest. um 288) teilt, in dessen Schatten er bis heute steht.


Doch wer war der Heilige Fabian eigentlich? Er gilt als Schutzpatron der Töpferinnen und Töpfer. In der Ikonographie wird er als Papst dargestellt, was darauf verweist, dass er ein Bischof von Rom war. Seine Attribute sind das Schwert und die Taube. Das Schwert verweist auf sein Martyrium, er gilt als Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Decius (gest. 251). Die Taube ist Teil einer Legende, die sich um ihn gebildet hat. Als er zum Bischof von Rom gewählt wurde, soll sich eine weiße Taube auf seinen Kopf gesetzt haben, was seine einstimmige Wahl zur Folge hatte, obwohl er ein Laie und kein Priester war.


Nach seinem Namen zu schließen, entstammte Fabian bzw. Fabianus der Familie der Fabier, einer bedeutenden römischen Familie, die in der Stadt Rom ansässig war und über die bereits der römische Geschichtsschreiber Titus Livius (gest. 17 n. u. Z.) berichtet. 236-250 war Fabian Bischof von Rom. Seine Zeit als Bischof, die immerhin gast 15 Jahre dauerte, begann  mit der Christenverfolgung unter Kaiser Maximius (gest. 238) und endete mit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius. Die Zeit dazwischen soll Fabian allerdings genutzt haben, um die Kirche zu festigen. Dabei erwies er sich als fähiger Organisator, der in Rom die Verwaltung reformiert haben soll, zumindest, was die dortige christliche Gemeinde betraf. Angeblich war er es, der Rom in sieben Bezirke aufteilte und die Verwaltung von diesen jeweils einen Diakon und einem Subdiakon unterstellte, womit er die Grundlage für die späteren Kardinalstitelkirchen schuf. Doch wichtiger ist, dass seine Entscheidung nützlich gewesen sein dürfte, da sie wesentlichen Anteil daran am Wachsen der christlichen Gemeinde hatte. Angeblich war es auch Fabian, der die römischen Katakomben erweiterte. Er soll außerdem die Gründung von christlichen Gemeinden im heutigen Frankreich initiiert haben. Fabian förderte außerdem die Verschriftlichung und Dokumentation. Er ließ die Lebensgeschichten von Märtyrerinnen und Märtyrern erstmals gezielt aufschreiben und beglaubigen. Damit beauftragte er eigene Notare.


Fabians Leben endete unter Kaiser Decius, zu dem um das Jahr 249 eine besonders grausame Christenverfolgung überliefert wird. Überliefert ist, dass Fabian unter ihm verhaftet wurde. Unsicher ist, ob er in der Haft starb oder hingerichtet wurde. Im Gegensatz zu vielen Heiligen gibt es zu Fabian einen Beleg, dass er tatsächlich gelebt und gewirkt hat. Ein Zeitgenosse von ihm war Bischof Cyprian von Karthago (gest. 258), welcher seinen Tod als einen "ehrenvollen Heimgang" nannte und Fabians tadellose Amtsführung als Bischof von Rom lobte.



Quellen und Literatur

  • Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 30


  • Joachim Schäfer: Artikel Fabianus. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienF/Fabianus.htm, abgerufen am 2. Jänner 2026

  • Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Fabianus abgerufen am 2. Jänner 2026


Anmerkung

Die Bezeichnung Papst für den Bischof von Rom findet sich erst in der Zeit der Völkerwanderung bzw. seit dem frühen Mittelalter. In der Ikonographie wurde das allerdings nicht wirklich berücksichtigt, in der Geschichtsschreibung erst seit dem Ende des 20. Jahrhunderts.

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