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Petrus Canisius

  • Autorenbild: Die Querleserin
    Die Querleserin
  • 17. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Petrus Canisius SJ, auch Pieter Kanijs oder Peter de Hondt, (8. Mai 1521, Nimwegen / heute Niederlande - 21. Dezember 1597, Fribourg / heute Schweiz), Jesuit, Ordensprovinzial; Seligsprechung: 20. November 1864, Heiligsprechung (und Ernennung zum Kirchenlehrer) 21. Mai 1925; Gedenktag: 21. Dezember, im deutschsprachigen Raum auch 27. April


In zwei historischen Romanen lernte ich Petrus Canisius erstmals kennen. In dem Älteren der beiden Romane ist er der uneigennützige Helfer, der eine Hexenverfolgung und einen Glaubenskonflikt, der schon Opfer gefordert hat, beendet, und als solcher eine Randfigur. In dem Neueren der beide Romane ist er dagegen ein übler Schurke und eine wichtige Figur. Beide Darstellungen dürften dem jeweiligen Zeitgeist geschuldet sein, wobei die Darstellung im ersten Roman, obwohl Petrus Canisius nur eine Randfigur ist, auf mich differenzierter wirkt.


Petrus Canisius stammte aus angesehenen bürgerlichen Verhältnissen. Seine Heimat waren die Niederlande, die zu seiner Zeit zum Heiligen Römischen Reich gehörten. Am Tag seiner Geburt wurde die Reichsacht über Martin Luther verhängt. Er wurde an der Universität ausgebildet. Um 1543, damals war er ca. 22 Jahre, trat er in den Jesuitenorden ein. Dort machte er als brillanter Theologe und Organisator Karriere. 1547 nahm er am Konzil zu Trient teil, und auf diesen lateinisierte er seinen Namen: Hondt (Hund) = Canis, und so wurde aus Peter de Hondt (Hund) Petrus Canisius. Im Jesuitenorden brachte er es bis zum Ordensprovinzial und gründete mehrere Jesuitenkollegien.


1551 kam Petrus Canisius nach Wien, wo er als Professor, Hof- und Domprediger sowie Gefängnisseelsorger wirkte. Er bewährte sich besonders im Pestjahr 1552. 1554 war er für ein Jahr sogar Administrator des Bistums Wien. Doch lehnte er die Wiener Bischofswürde letztlich ab, da er sich an keinen Ort binden wollte. In Wien erinnern heute noch die Canisiusgasse im 9. Bezirk und dort gelegene Kirche an ihn.


Von Wien kam er als Hofprediger nach Innsbruck (heute wie Wien Teil des Staates Österreich), wo er seine nächsten zwanzig Jahre verbrachte und dort ein Jesuitenkolleg gründete, aus dem später eine Universität wurde. 1580 ließ er sich in Fribourg in der heutigen Schweiz nieder, und dort verbrachte er den Rest seines Lebens, immerhin noch fast 17 weitere Jahre.


1555-1558 veröffentliche Petrus Canisius drei Bücher, in denen er die katholische Lehre in knappen Fragen und kurzen Antworten erklärte. Eines dieser Bücher war ein Katechismus für das einfache Volk und die Kinder, ein weiteres Buch war ein Katechismus für Jugendliche und das dritte Buch ein Katechismus für Studenten. Ungefähr die nächsten 400 Jahre waren diese Bücher das Standardwerk für den katholischen Religionsunterricht.


Für seine Zeit war Petrus Canisius zudem recht tolerant. Obwohl er zu einer Galionsfigur der Gegenreformation wurde, verhielt er selbst sich, zumindest in seinen Schriftwerken, den protestantischen Gruppierungen gegenüber sehr respektvoll. Anders als Zeitgenossen von ihm bezeichnete er selbst sie nie als "Ketzer". Ihre Lehre war für ihn keine "Irrlehre", sondern eine "neue Lehre".


Quellen und Literatur

  • Hanns Humer - Werner Kunzenmann (Hrsg,): Große Gestalten der Kirche in Tirol. Lebensbilder. Verlag Kirche Innsbruck, Innsbruck, 2002. ISBN 3-9014-5061-8. S. 14-16

  • Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 128


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