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Schutzpatronin gegen Zahnschmerzen - Wer war Apollonia von Alexandria?

  • Autorenbild: Die Querleserin
    Die Querleserin
  • 9. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Feb.

Apollonia von Alexandria (?, vermutlich in Alexandria / heute Ägypten - um 248, Alexandria / heute Ägypten ), Märtyrerin, Jungfrau (bzw. "Gottgeweihte"); als Heilige bzw. Selige verehrt; Gedenktag: 9. Februar


Zu Apollonia gibt es Bauernregeln, die auf den Gedenktag im Spätwinter Bezug nehmen:

  • Ist's an Apollonia feucht, / der Winter sehr spät entfleucht.

  • Kommt die Jungfrau Apollonia, / sind auch bald die Lerchen wieder da.


In der Ikonographie wird sie gewöhnlich mit einer Zange dargestellt, mit der sie einen Zahn hält - ein Verweis auf ihr Martyrium, bei dem ihr die Kinnlade ein- und die Zähne ausgeschlagen wurden. Wenig überraschend ist daher, dass sie später um Hilfe bei Zahnleiden angerufen und zur Schutzpatronin der Zahnärztinnen und Zahnärzte wurde.


Apollonia von Alexandra zählt zu den frühchristlichen Märtyrerinnen. Über ihr Martyrium berichtet ein Brief an Bischof Fabius von Antiochia (gest. 256). Als dessen Absender gilt Bischof Dionysius von Alexandria (gest. um 264/65). Nach seiner Mitteilung war Apollonia eine betagte gottgeweihte Jungfrau, die von einem heidnischen Mob, den ein Wahrsager gegen die Christinnen und Christen aufgehusst hatte, verschleppt worden. Dieser schlug ihr die Kinnlade ein und die Zähne aus, dann errichtete er einen Scheiterhaufen vor der Stadt und drohte Apollonia an, sie zu verbrennen, wenn sie nicht Worte, die sie ihr vorsagten, nachsprechen würde. Nach Bischof Dionysius waren das Worte, die er selbst als gottlos einstufte. Apollonia bat um einen Moment der Freiheit und nutzte diesen, um sich selbst in die Flammen zu stürzen, in denen sie verbrannte.


Der Bericht des Bischofs weicht in einigen Punkten vom ab, was gewöhnlich in einer Märtyrerlegende erzählt wird. Apollonia wird als Jungfrau bezeichnet, was in diesem Kontext meint, dass sie sich Gott geweiht hatte. Sie war allerdings zum Zeitpunkt ihres Todes nicht jung und schön, wie bei diesem Märtyrerinnentypus üblich (Beispiele dafür sind Agatha von Catania, Margareta von Antiochia oder Dorothea von Cäsarea), sondern bereits eine alte Frau. Apollonia war auch nicht Opfer einer staatlich befohlenen Christenverfolgung, sondern sie wurde von einer aufgehetzten Bevölkerung schwer misshandelt und in den Tod getrieben. Da sie sich selbst in die Flammen gestürzt hatte, wurde bereits in der frühchristlichen Zeit diskutiert, ob dies als Märtyrium gelten konnte oder als Freitod zu verdammen war. Letztlich war es Heilige Augustinus (gest. 430), der sie zur Märtyrerin erklärte und damit diese Diskussionen beendete.


Spätere Überlieferung dürften sich darum bemüht haben, Apollonia an die frühchristliche Märtyrerinnenstereotype anzupassen. Nach einer von diesen war sie nun eine christliche Königstochter, die auf Befehl ihres heidnischen Vaters gemartert wurde, Eine andere Überlieferung machte sie zur Schwester des Heiligen Laurentius (gest. 258) und ließen sie nach Ägypten ziehen, wo sie unter Kaiser Decius das Martyrium erlitt und dann auf dem Berg Tabor oder dem Berg Sinai beigesetzt wurde. Ich persönlich finde die traurige Geschichte von ihrem gewaltsamen Tod, die sich aus den Fakten ergibt, viel anrührender.


Quellen und Literatur

  • Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 50




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