Die Schutzpatronin der Hebammen - Wer war Agatha von Catania?
- Die Querleserin

- 5. Feb.
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Agatha von Catania (um 225, Catania auf Sizilien / heute Italien - 5. Februar um 250, Catania auf Sizilien / heute Italien), Märtyrerin, Jungfrau; als Heilige bzw. Selige verehrt; Gedenktag: 5. Februar
Agatha von Catania wird in der Ikonographie als junge Frau dargestellt, in deren Händen sich eine Platte befindet, auf der zwei glockenähnliche Stücke sind; ihre Brüste. Dieses makabre, aber ungewöhnliche Attribut, an dem sie aher leicht erkennbar ist, verweist auf besonders brutale und demütigende Folter, die sie der Legende nach während ihres Martyriums erdulden musste: dem Abschneiden ihrer Brüste. Wie auch andere Märtyrerheilige (so zum Beispiel die Heilige Apollonia von Alexandria (gest. 3. Jahrhundert) als Schutzpatronin bei Zahnschmerzen oder der Heilige Laurentius von Rom (gest. 258) als Schutzpatron der Köchinnen und Köche) oder der Heilige Erasmus von Antiochia (gest. 303) als Schutzpatron gegen Kopfschmerzen), wurde sie später als Schutzheilige bei Brustkrankheiten angerufen und die Schutzpatronin der Hebammen. In der Schweiz ist sogar die Schutzpatronin der Feuerwehr.
Allerdings gehört Agatha zu jenen frühchristlichen Märtyrerinnen und Märtyrern, bei denen nicht ganz sicher ist, ob sie überhaupt gelebt haben. Daneben unterscheidet sich ihre Heiligenlegende in einem grausigen, aber wesentlichen Punkt von anderen Märtyrerheiligenlegenden. Wie bei der Heiligen Katharina von Alexandrien vermutet wird, könnte die Legende von Agatha auf eine wahre Fall zurück gehen, der dann später entsprechend "ausgeschmückt" wurde.
Der Legende nach lebte Agatha in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts auf Sizilien, war eine junge "Adlige" und wunderschön, weswegen ihr der heidnische Statthalter mit Namen Quintianus einen Heiratsantrag machte. Sie aber lehnte ab, weil sie sich Gott geweiht hatte. Er wollte das nicht hinnehmen und ließ sie verhaften. Zunächst ließ er sie in ein Bordell stecken, um sie so gefügig zu machen. Nachdem das gescheitert war, ließ er ihr mit einer Zange die Brüste zerreißen und abschneiden. Daran starb sie noch nicht, denn in der folgenden Nacht wurde sie auf wundersame Weise wieder geheilt. Am Tag darauf ließ Quintianus sie in Pech wälzen, das mit Glasscherben belegt war. Wenig später starb sie im Kerker an den dabei erlittenen Verletzungen. Der Täter und Hauptschuldige in dieser Legende, der Statthalter Quintianus, wurde bald darauf von einem Pferd zu Tode getrampelt.
Bereits ein Jahr nach hren Tod bewirkte Agatha postum ihr erstes Wunder, Als der Atna ausbrach, zog die Bevölkerung von Sizilien dem rinnenden Lavastrom entgegen, Agathas Schleier, den sie mit sich führte, soll den Ausbruch des Vulkans beendet haben.
Von Sizilien aus verbreitete sich der Kult um Agatha über ganz Europa. Bereits im 4. Jahrhundert wurde sie von Ambrosius von Mailand (gest 397), einem der Kirchenväter, namentlich genannt. Um 500 ließ Bischof Symmachus (gest. 514, Bischof von Rom 498-514) in Rom die erste Basilika ihr zu Ehren erbauen. In Catania hat sich bis heute ein jährliches Agatha-Brauchtum erhalten. Vom 3. bis zum 5. Februar findet dort ihr zu Ehren ein Fest mit Lichterprozession und Feuerwerk statt. In Österreich, wo es zahlreiche Kirchen gibt, die ihr geweiht sind, werden in Bad Pirawarth an ihrem Gedenktag die sogenannten Agatha-Brote ausgeteilt. Und last, but not least: Agatha wurde sogar auf einer der Karten des legendären Brettspiels "Die Siedler von Cattan" verewigt: durch die einzeichnete Kapelle "Zur Heiligen Agatha".
Quellen und Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 46
Joachim Schäfer: Artikel Agatha von Catania. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Agatha_von_Catania.htm, abgerufen am 24. Jänner 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Agatha_von_Catania, abgerufen am 24. Jänner 2026


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