Die Patronin des Blumenhandels - Wer war Dorothea von Cäsarea?
- Die Querleserin

- 6. Feb.
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Dorothea von Cäsarea (um 290, Cäsarea in Kappadokien / heute Kayseri, Türkei - um 305, Cäsarea in Kappadokien / heute Kayseri, Türkei ), Märtyrerin, Jungfrau (bzw. "Gottgeweihte"); als Heilige bzw. Selige verehrt; Gedenktag: 6. Februar
Zu Dorothea gibt es eine ganze Reihe von Bauernregeln, die vor allem darauf Bezug nehmen, dass der Winter nach ihrem Gedenktag bald vorbei sein wird. Dazu einige Beispiele:
Wenn Dorothea über Pfützen springt, / die Amsel erst im April wieder singt.
Streut Dorothea Schnee über Wald und Feld, / ist’s gut um unser täglich’ Brot bestellt, / doch fehlt dem Acker die weiße Pracht, / sein Anblick den Bauer nicht glücklich macht.
Wenn Dorothea noch Schnee bestellt / bringt Matthias den Frühling zur Welt.
Vermehrt sich um Dorothea die weiße Pracht / um Roman bestimmt der Frühling erwacht.
Wenn Dorothea aus Eis noch Brücken baut / der Schnee um Roman ganz gewiss taut.
Nach dem Dorotheentag / kein Schnee mehr gerne kommen mag.
Manchmal bringt die Dorothee / uns den allermeisten Schnee.
Dorothea mit einem Korb voll Rosen / lässt den Winter nochmals tosen.
Der Korb mit Rosen, manchmal auch mit Äpfeln und anderen Blumen, ist das Attribut der Heiligen, mit dem sie gewöhnlich in der Ikonographie dargestellt ist. Wegen dieses Attributs wurde sie die Schutzpatronin der Blumenhändlerinnen und Blumenhändler.
Ihre Legende enthält eine ganze Reihe von Stereotypen, die auch in anderen Legenden um frühchristliche Märtyrerinnen und Märtyrer zu finden sind. So stammt Dorothea aus der Oberschicht, ist, obwohl noch sehr jung, bereits eine Gott geweihte Jungfrau. Ihre Schönheit hat zur Folge, dass sie einen Heiratsantrag erhält, den sie ablehnt. der abgewiesene Verehrer, gewöhnlich Heide und Angehöriger der lokalen Führungselite, rächt sich für ihre Abweisung, indem er sie als Christin denunziert. Sie erträgt mit Geduld die schlimmsten Martern und bekehrt weitere Menschen zum Christentum. Aber es gibt auch einige Abweichungen vom Stereotyp, vielleicht ein Indiz dafür, dass Dorothea tatsächlich gelebt hat.
Dorothea von Cäsarea, die erst nach der Ankunft ihrer Eltern Dorus und Thea in Kappadokien geboren wurde, stammte der Legende nach aus einer römischen Senatorenfamilie, die sich zum Christentum bekannte und deshalb um 300 aus Rom nach Kappadokien flüchtet. Sie hatte zwei ältere Schwestern: Christina und Callista. Beide waren zunächst Christinnen, wandten sich aber dann vom Christentum ab. Letztlich konnte Dorothea sie erneut für das Christentum gewinnen, und beide starben mit ihr zusammen den Märtyrerinnentod.
Als Dorothea etwa 14 Jahre alt ist, macht ihr Fabricius bzw. Apricius, der Stadthalter der Provinz Kappadokien einen Heiratsantrag, den, Dorothea mit der Begründung ablehnte, dass sie nur Christus gehören wolle. Der Statthalter brachte sie daraufhin vor das Gericht, Nach einer Reihe von grausigen und eher unrealistischen Foltern, die sie erdulden muss, wird sie enthauptet.
Auf dem Weg zur Hinrichtung freut sich Dorothea sichtbar auf den Himmel, in dessen Garten es Rosen und Äpfel geben soll. Daraufhin fordert der Schreiber Theophilus, einer aus der anwesenden Menschenmenge, die Heilige höhnisch auf, um einige dieser Rosen und Äpfel zu schicken, was sie ihm verspricht. Nach ihrer Hinrichtung erscheint ein Engel bzw. ein engelsgleicher Junge mit dem Gewünschten bei ihm. Theophilus wird daraufhin ebenfalls Christ und stirbt ebenfalls als Märtyrer.
Dorothea zählt zu den vier "virgines capitales", also zu den "großen heiligen Jungfrauen", zu denen auch die "heiligen drei Madln" Margareta, Barbara und Katharina gehören. 1969 wurde sie aus dem Heiligenkalender der katholischen gestrichen, mit Begründung, dass es zu ihr keine gesicherten Informationen geben würde. Ihre Verehrung als Heilige konnte damit nicht unterbunden werden, letztlich wurde sie deshalb 2001 wieder in den Heiligenkalender aufgenommen.
Bellestrische und literarische Darstellungen
Gottfried Keller: Dorotheas Blumenkörbchen im Internet abrufbar unter dem Link; http://www.zeno.org/Literatur/M/Keller,+Gottfried/Legenden/Sieben+Legenden/Dorotheas+Blumenk%C3%B6rbchen, abgerufen am 1. Februar 2026
Quellen und Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 47
Joachim Schäfer: Artikel Dorothea von Cäsarea. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienD/Dorothea.htm, abgerufen am 1. Februar 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_(Heilige), abgerufen am 1. Februar 2026



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