top of page

Eine Powerfrau aus der Zeit der Völkerwanderung - Wer war Brigida von Kildare?

  • Autorenbild: Die Querleserin
    Die Querleserin
  • 1. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Brigida von Kildare (um 451, Fochart bei Dundalk / heute Irland - 1. Februar um 525, Kildare / heute Irland), Äbtissin; Seligsprechung: 30. April 1768, als Heilige bzw. Selige verehrt; Gedenktag: 1. Februar


Brigida von Kildare gilt als "Mater Hibernorum" - die "Muttergottes von Irland. Hier heutiger Gedenktag, der 1. Februar, war einst der Festtag der keltischen Muttergöttin Brighid, der als einstiger Anfang des Frühlings am 1. Februar anlog zu Maria Lichtmess am 2. Februar gefeiert wurde. Auf die heidnische Göttin Brighid geht vermutlich zurück, dass Brigida von Kildare zur Schutzpatronin der Haustiere wurde. In der Ikonographie wird sie daher gewöhnlich als Äbtissin oder Magd mit einer Kuh dargestellt. Wegen der Wikingereinfälle wurden ihre Reliquien um 878 nach Downpatrick in Sicherheit gebracht und in der Grabstätte der Heiligen Patrick und Kolumban beigesetzt. Gemeinsam mit diesen beiden bildet sie noch heute das "Schutzpatrone-Trio" von Irland.


Wie bei vielen Personen, die als Heilige oder Selige verehrt wurden und im Mittelalter oder früher lebten, gibt es keine oder nur wenige gesicherte Informationen. Nach den Legenden, die zu Brigida überliefert sind, wollte sie schon als Jugendliche Nonne werde und errichtete sich um 468, also mit ca. 17 Jahren, in der Nähe des Elternhauses eine Zelle unter einer Eiche. Aus dieser "Cell Dara" entstand Kildare - die Kirche der Eiche. Ihr heidnischer Vater war zwar mit ihren Plänen nicht einverstanden, aber im Unterschied zu anderen heidnischen Vätern, von denen in Legenden berichtet wird, dass sie ihre Töchter verfolgten oder zu töten versuchten, konnte sich Brigida gegen ihn durchsetzen. Offensichtlich war er zwar nicht einverstanden, konnte aber letztlich nichts ausrichten, vielleicht wollte er es auch nicht oder respektierte zumindest die Wünsche seiner Tochter.


Brigida jedenfalls errichtete sich eine eigene Zelle und gründete dann zwei Klöster. Zunächst gründete sie ein Kloster für Frauen. Nachdem auch Männer Interesse an diesem bekundeten, gründete sie ein zweites Kloster für diese. Das Frauenkloster leitete Brigida selbst, für das Männerkloster ernannte sie die Äbte. Das Recht dazu gab sie an ihre Nachfolgerinnen weiter. Im dazugehörigen Sprengel setzte Brigida dann noch selbst einen Bischof ein. Das Kloster von Kildare war zu seiner Zeit eines der bedeutendsten Kloster und bestand immerhin mehr als 1.000 Jahre, ehe es um 1540 von König Heinrich VIII. (Haus Tudor) aufgehoben wurde.


Eine Frau als Klostergründerin, die selbst ihre Äbte und Bischöfe einsetzt, und dazu nicht einmal männlichen Beistands bedarf! Brigida von Kildare - eine (fiktive?) Powerfrau aus der Zeit der Völkerwanderung. Aus heutiger Sicht ist jedenfalls erstaunlich, was im 5. und 6. Jahrhundert möglich war oder für möglich gehalten wurde.


Quellen und Literatur

  • Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 42


  • Joachim Schäfer: Artikel Brigida von Kildare. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Brigida_Brigitta_von_Kildare.htm, , abgerufen am 19. Jänner 2026

  • Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Brigida_von_Kildare, abgerufen am 19. Jänner 2026



Kommentare


bottom of page