"Wenn die Leute nicht zu meinen Predigten gehen dürfen, gehen die Predigten eben zu ihnen" - Wer war Franz von Sales?
- Die Querleserin

- 24. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Franz von Sales (21. August 1567, Savoyen / heute Frankreich - 28. Dezember 1622, Lyon / heute Frankreich), Gründer der Salesianer, Priester; Seligsprechung: 8. Jänner 1662, Heiligsprechung: 19. April 1665; Gedenktag: 24. Jänner
Franz von Sales ist der Schutzpatron der Schriftstellerinnen und Schriftsteller, der Verlegerinnen und Verleger und der Presse. Wenig überraschend wird er in der Ikonographie gewöhnlich mit den Attributen Herz, Buch oder mit einer Schreibfeder dargestellt. Nachdem, was über ihn berichtet wird, soll er ein sehr pflichtbewusster, aber auch sehr herzlicher Menschen gewesen sein.
Franz von Sales lebte zurzeit der Gegenreformation. Er entstammte dem Adel, hatte die Rechte studiert und hätte auf Wunsch seiner Familie eine Diplomatenlaufbahn einschlagen sollen. Aber stattdessen entschied er sich für einen anderen Lebensweg. 1593 wurde er zum Priester geweiht. Er wirkte zunächst in Chablais, das damals zur Diözese Genf gehörte. Die Stadt Genf allerdings war eine "Hochburg" des Kalvinismus und zu der Zeit, als Franz von Sales seine Laufbahn als Priester begann, noch unter kalvinistischer Herrschaft. Der Bevölkerung war der Besuch der katholischen Messe verboten. Der junge Priester erwies sich als eifriger Seelsorger und war dabei durchaus mutig und risikofreudig. Im Schutz der Dunkelheit heftete er Flugblätter mit seinen Predigten an Türen, Tore und Bäume, um sie so unter das Volk zu bringen. Dabei riskierte er seine Freiheit und vor allem sein Leben. Offensichtlich wurde er von der kalvinischen Führungselite als gefährlich empfunden, mehrmals entging er nur knapp einen Mordanschlag. Aber er hatte letztlich insofern Erfolg, als die Bevölkerung von Chablais nach etwa 4 Jahren seines Wirkens wieder re-katholisiert war.
In den Jahren danach reüssierte Franz von Sales als "Bestsellerautor". Seine "Anleitung zum frommen Leben" (1609" gehört bis heute zu den wichtigsten Büchern der christlichen Weltliteratur. Franz von Sales gründete den Orden der Salesianer, dessen Aufgabe besonders die Kinder- und Erwachsenenbildung war. 1610 unterstützte er Johanna Franziska von Chantal bei der Gründung der Salesianerinnen. Seine persönliche Spiritualität beeinflusste bis heute weitere Orden.
Außerdem wurde er Bischof von Genf. Da der einstige Bischofssitz in der Reichsstadt Genf unter kalvinistischer Herrschaft war, nahm er als Bischof seinen Residenz in Annecy. Als Bischof von Genf besuchte er alle Pfarrkirchen seiner Diözese und widmete sich besonders der Seelsorge. Er schrieb über 20.000 Briefe, mit denen er seine religiösen Standpunkte vertrat. Als Seelsorger und Priester gab er der Landessprache den Vorzug und vermied die lateinische Sprache. Manche seiner Vorschläge sind heute aktueller denn je: "Gib dir jeden Tag eine Stunde Zeit zur Stille, außer wenn du viel zu tun hat. ... dann gib dir zwei."
Franz von Sales nahm seine Aufgaben sehr ernst und zeigte vollen Einsatz für diese. Obwohl er sich selbst nach Ruhe sehnte, wie er immer wieder betonte, gelang es ihm nicht, diese zu finden. Ganz im Gegenteil, sein rastloses Leben schadete letztlich seiner Gesundheit. Zehn Jahre lang litt er an einer offenen Beinwunde, hinzu kamen Magenprobleme und hoher Blutdruck. 1622 starb an einem Schlaganfall.1877 wurde er zum Kirchenlehrer ernannt.
Quellen und Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 34
Joachim Schäfer: Artikel Franz von Sales. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienF/Franz_von_Sales.htm, abgerufen am 3. Jänner 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Sales, abgerufen am 3. Jänner 2026

Kommentare