Ein heiliger Historienschreiber - Wer war Gildas "der Weise"?
- Die Querleserin

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Gildas "der Weise" (um 500, Dumbarton, Schottland / heute Großbritannien - um 570, Bretagne / heute Frankreich), Geschichtsschreiber; als Seliger bzw. Heiliger verehrt; Gedenktag: 29. Jänner
In seiner Heimat, der Bretagne, gilt der Heilige Gildas als Schutzpatron der Pferde. Außerdem ist er der Schutzheilige des im heutigen Frankreich gelegenen Klosters Saint-Gildas-en-Rhuys. In der Ikonographie ist Gildas "der Weise" gewöhnlich als schreibender Mönch dargestellt. Sein Attribut ist eine "keltische" Glocke. Er verfasste das Geschichtswerk "De excidio Britanniae" / "Über die Zerstörung von Britannien", eine Predigt, in welcher er die Entwicklung von Britannien von der "Eroberung durch die Römer" bis in seine eigene Zeit erzählt, Sein Werk endet im Jahr 547, Er gilt daher heute als der erste christliche Geschichtsschreiber Britanniens.
Gildas war allerdings kein Historiker, jedenfalls nicht das, was wir unter einem Historiker heute verstehen. Eher ging es ihm darum, seine Zeitgenossen, besonders die Könige und die Priester anhand der Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, zu motivieren, es besser zu machen. Klerus und Adel kommen bei ihm keineswegs gut weg, sie sind Tyrannen, Narren und sittlich verkommen. Und er wollte mit seinem Werk auch das frühmittelalterliche Mönchsideal fördern.
Gildas "der Weise" verdankte seinen Beinamen seiner klassizistisch-hervorragenden Bildung, die als herausragend eingestuft wird, und seinen sehr guten Lateinkenntnissen. Er unternahm weitere Reisen, zum Beispiel nach Rom. Als er von dort zurückkehrte, gründete er um 528/536 das heute ihm geweihte Kloster bei Vannes, das noch heute als das älteste Kloster der Bretagne gilt. In diesem Kloster verbrachte er den Rest seines Lebens und stand diesem als Abt vor. Seine letzte Ruhestätte fand er, nicht überraschend, ebenfalls in seinem Kloster. Einer seiner Nachfolger als Abt in seinem Kloster, wenn auch nur für kurze Zeit, war Peter Abelard (gest. 1142).
Heute ist das Kloster von Gildas ein Tourismusmagnet. Es war, von einer Unterbrechung abgesehen, seit der Gründung ein Kloster. Nur der Männerorden, der es ursprünglich bewohnte, wurde um 1825 von einem Frauenorden abgelöst: den "Soeurs de la Charité de Saint-Louis",
Quellen und Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 39
Joachim Schäfer: Artikel Artikel Gildas „der Weise”. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienG/Gildas_der_Weise.html, abgerufen am 5. Jänner 2026.
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Gildas, abgerufen am 5. Jänner 2026



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