Der Namensgeber eines Nougatkonfekts - Wer war Ildefons von Toledo?
- Die Querleserin

- 23. Jan.
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Ildefons von Toledo, auch Hildefuns, Ildefonso oder Alonso (um 605, Toledo / heute Spanien -23. Jänner 667, Toledo / heute Spanien); Chronist, Poet, Bischof von Toledo; als Heilige bzw. Selige verehrt; Gedenktag: 23. Jänner (Todestag)
Victor Anton Schmidt (gest. nach 1884) wurde in Stegersbach im heutigen Burgenland geboren. Zum Zeitpunkt seiner Geburt gehörte dieses zum ungarischen Königreich. Er war von Beruf Konfektmeister und eröffnete um 1858 auf der Wieden eine Schokoladenfabrik. (Die Wiener Vorstadt Wieden war erst wenige Jahre zuvor nach Wien eingemeindet worden.) Obwohl er bereits 1864 nur knapp einen Konkurs von dieser abwenden konnte, prosperierte seine Fabrik und erlangte schließlich sogar internationale Bekanntheit. Seine drei Söhne führten seine Fabrik weiter. Ende des 19. Jahrhunderts galt "Victor Schmidt & Söhne" als die größte Süßwaren- und Backwarenfabrik in der Donaumonarchie. Ihre vermutlich bekannteste Handelsmarke war "Ildefonso", die später von der Firma "Josef Manner & Comp." gekauft wurde und bis heute überdauert hat. Das erste Konfekt dieser Marke, ein bis heute beliebter Nougatwürfel wurde um 1880 kreiert und erhielt den Namen eines spanischen Heiligen. Der Grund dafür: Damals war es üblich Süßwaren einen Namen zu geben, wobei Vornamen sehr beliebt waren. Jemand aus der Familie Schmidt war zu dieser Zeit nach Spanien gereist, wo er die Kirche San Ildefons in Toledo besucht hatte und von dieser sehr beeindruckt gewesen war. Nach seiner Rückkehr wurde dann die neue Konfekt-Kreation nach dem Heiligen Ildefons benannt.
Doch wer war dieser Heilige, dessen Name bis heute als Schokoladenmarke bekannt ist? In der Ikonographie wird er gewöhnlich als Mönch oder Bischof mit einem Buch oder einer Feder dargestellt. Beide Attribute verweisen auf sein Wirken als Chronist und Dichter. Schokolade wird er wohl kaum in seinem Leben zu Gesicht bekommen oder geschmeckt haben, denn die war im Europa des 7. Jahrhunderts, als er in der Stadt Toledo, deren Schutzpatron er heute ist, lebte und wirkte, unbekannt.
Zu Lebzeiten von Ildefons befand sich seine Geburtsstadt Toledo unter der Herrschaft der Westgoten. Gegen den Willen seiner adeligen Eltern entschied sich Ildefons für einen Lebensweg als Kleriker. Er wurde Mönch im Kloster Agali bei Toledo, einer Niederlassung von Regularkanonikern, und um 650 dessen Klostervorsteher. Als solcher gehörte er zu denen, welche die Beschlüsse der Konzile von Toledo (653 und 655) unterzeichneten. Sein Erbe investierte er in die Errichtung und Erhaltung eines Nonnenklosters. Mit etwa 52 Jahren wurde er vom westgotischen König Rekkesvinth (gest. 672, König der Westgoten 649 bzw. 653-672) zum Erzbischof von Toledo berufen. Nach einer Überlieferung soll er angeblich ein Neffe von Bischof Eugen von Toledo (gest. 657), seinem Vorgänger, gewesen sein. Als Ildefons nach einer ca. zehnjährigen Amtszeit starb, soll er schon im Ruf der Heiligkeit gestanden haben.
Ildefons war Poet und Schriftsteller. Er verfasste mehrere theologische Werke und setzte die gotische Chronik von einem anderen Heiligen, der sein Lehrer gewesen sein soll, fort: die Chronik von Isidor von Sevilla (gest. 636). Ildefons war außerdem Marienverehrer. Wegen seiner Schrift "De Viris Illustribus" gilt er als Begründer der Marienverehrung im heutigen Spanien. Nach einer Legende soll er im Jahr 665, also zwei Jahre vor seinem Tod, eine Marienvision gehabt haben, in welcher ihm Maria ein kostbares Gewand überreichte. Es sei ihm vergönnt. Diese Marienvision wurde mehrmals in der Bildnerischen Kunst dargestellt.
Quelle / Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 33
Joachim Schäfer: Artikel Genoveva von Paris. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienI/Ildefons_von_Toledo.htm, abgerufen am 3. Jänner 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Ildefons_von_Toledo, abgerufen am 3. Jänner 2026
Artikel zu Viktor Schmidt bei Wikipedia: Victor Schmidt & Söhne, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Schmidt_%26_Söhne, abgerufen am 3. Jänner 2026



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