Der Einsiedler, der Klostergründer wurde - Wer war Makarios?
- Die Querleserin

- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Makarios bzw. Makarius "der Große" oder "der Ägypter" (um 300, Shanshour bei Kairo / heute Ägypten - um 390, Kloster Abu Makar in der Sketischen Wüste / heute Ägypten), Einsiedler; als Heiliger bzw. Seliger verehrt; Gedenktag: 19. Jänner
In der Ikonographie wird Makarios "der Große" als Einsiedler mit einem Stab in einer Höhle dargestellt. Ort und Attribut verweisen auf seine "Karriere" als Einsiedler, wobei der Stab bereits ein Hinweis darauf ist, dass sein Leben bereits viel von dem prägte, was später für Klostervorsteher charakteristisch war. Im 4. Jahrhundert, der Zeit, als Makarios lebte, war das Einsiedlerleben unter den Christinnen und Christen im späteren oströmischen Reich sehr beliebt. Makarios war, wie viele der sogenannten "Wüstenväter" ein strenger Asket, sein Alltag bestand aus Beten, Fasten und Buße-tun. Das dürfte ihm, im Unterschied zu vielen Heiligen und Seligen im Mittelalter, gut bekommen sein, denn er erreichte das selbst für die heutige Zeit ungewöhnlich hohe Alter von etwa 90 Jahren. Es wäre sicher interessant, wenn wir wüssten, woran das gelegen hat. Hielt die Generation, der ein Makarios angehörte, mehr aus, waren die damaligen Lebensbedingungen ganz anders oder hatten Makarios und seine Zeit ein gewisses Gespür dafür, wie weit sie mit ihrer Enthaltsamkeit gehen konnten, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen?
Makarios, dem spätere Generationen den ehrenden Beinamen "der Große" gaben, soll ein Schüler von Antonius "dem Großen" (gest. 356) gewesen sein - beide verbindet aber nicht nur der Beiname. Wie Antonius zog sich Markarios in die Wüste zurück und verbrachte dort sein Leben in einer Höhle. Die erhoffte Einsamkeit sollte er aber nicht finden, denn sein Lebensstil weckte die Neugierde von Menschen. Sie suchten ihn auf. Er gab ihnen Ratschläge. Diese wurden offensichtlich gut aufgenommen, denn bald hatte er den Ruf weise und gütig zu sein. Angeblich soll er auch Heilungen vollbracht und in die Zukunft geblickt haben.
Irgendwann wurden Makarios diese Menschen, die ihn aufsuchten, zu viel. Allerdings war er nicht bereit, seine Besucherinnen und Besucher vor den Kopf zu stoßen. Er gab seine Höhle nicht auf und zog woanders hin, sondern er grub sich stattdessen einen Stollen zu einer weiteren Höhle. Zu dieser hatten nur zwei seiner Schüler Zutritt, und dort verbrachte er nun seine meiste Zeit.
Das half aber auch nichts. Seine beiden Schüler blieben nicht seine einzigen Schüler. Er ließ daraufhin eine Kirche errichten. Die Zahl seiner Schüler vergrößerte sich auch danach. Unter diesen waren Wissenschaftler, Philosophen, Aristokraten, Analalphabeten - Männer aus allen Schichten. Wegschicken wollte Makarios sie offensichtlich nicht, von ihnen davon laufen, wollte er auch nicht. Er gründete um 360 eine klosterähnliche Gemeinschaft. Bald sollen in dieser etwa 4.000 Mönche aus vielen Ländern gelebt haben. Vielleicht ist die Zahl übertrieben, aber das Kloster, das aus dieser Gemeinschaft, die Makarios gegründet hatte, hervorging, war seit damals, also seit mehr als 1.600 Jahren durchgehend bewohnt.
Quellen und Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 29
Joachim Schäfer: Artikel Makarius der Ägypter. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Makarius_der_Aegypter_der_Aeltere.htm, abgerufen am 2. Jänner 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Makarios_der_Ägypter, abgerufen am 2. Jänner 2026



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