Der Wüstenvater - Wer war Antonius der Große?
- Die Querleserin

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Antonius "der Große", auch Antonius der Einsiedler, Antonius Eremita, Antonius Abbas oder Antonius von Koma (um 250, Qiman el Arus / heute Ägypten - um 356, am Berg Kolzim bei Zafarana / heute Ägypten), Einsiedler; als Seliger und Heiliger verehrt; Gedenktag: 17. Jänner
In der Ikonographie wird Antonius "der Große" gewöhnlich mit einem T-förmigen Kreuz oder einem Schwein dargestellt. Das spielt darauf an, dass der später nach ihm benannte Antoniter-Orden seine Klöster mit Bildern von Schweinen und einer Glocke kennzeichnete. Die Schweine, die in deren Besitz waren, trugen gewöhnlich ein Glöckchen um den Hals, durften in den Dörfern frei herumlaufen und mussten von der dortigen Bevölkerung gefüttert werden.
Antonius "der Große" gilt als Begründer des Klosterwesens. Die Hauptquelle zu ihm ist eine Biographie, die zwar vieles in seinem Leben stilisiert haben dürfte, aber doch bald nach seinem Tod entstanden ist und wesentlich zu seiner Bekanntheit (auch außerhalb seines Wirkungsbereichs in Ägypten) und Popularität beitrug.
Antonius war der Sohn von reichen, christlichen Bauersleuten. Mit 25 Jahren soll er ein Bekehrungserlebnis gehabt haben, worauf er seinen Besitz verschenkte und Einsiedler in der Nähe seines Heimatortes wurde, wo bereits andere Männer ein asketisches Leben führten. Offensichtlich entwickelte er sich dort zu einem Anziehungspunkt, was ihm als zukünftigen Heiligen nicht gefallen haben kann. Daher zog er sich zunächst in eine ägyptische Grabkammer zurück und dann in die Wüste, wo er in der Einsamkeit hoffte, Gott nahe zu kommen. Er wurde dort von quälenden Visionen heimgesucht, die er als seine Dämonen bezeichnete.
Nachdem er zwanzig Jahre in der Wüste gelebt hatte, zog er an das Rote Meer. Dort wollte er weiterhin in Abgeschiedenheit leben. Es schlossen sich ihm aber mehrere Menschen an, die seine Schüler sein wollten, und so sollen um 305 in der Wüste im damaligen Ägypten ganze Mönchskolonien entstanden sein. Es handelte sich dabei um lose Zusammenschlüsse von Einsiedlern, die von einander getrennt lebten und die Anachoreten genannt wurden.
Antonius soll trotz seines Einsiedlerlebens weder menschenscheu noch unpolitisch gewesen sein. Um 311 finden wir ihn in Alexandria, wo er die von Kaiser Maximinus verfolgten Christen ermunterte. Er setzte sich für Arme und Gefangene ein. Mit Kaiser Konstantin hielt er Briefkontakt. Egal, wo er sich aufhielt, immer wieder wurde er von Menschen aufgesucht, die seinen Rat erbaten. Kranke wollten von ihm geheilt werden, Geistliche und Asketen wollten von ihm lernen.
Quellen und Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 27
Joachim Schäfer: Artikel Genoveva von Paris. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Antonius_der_Grosse.htm, abgerufen am 1. Jänner 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_der_Große, abgerufen am 1. Jänner 2026



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