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Wer war Caedmon von Whitby?

  • Autorenbild: Die Querleserin
    Die Querleserin
  • 11. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Caedmon von Whitby (?, vermutlich in England / heute Großbritannien - 679/684, Kloster Whitby, Yorkshire, England / heute Großbritannien), Schriftsteller; als Heiliger bzw. Seliger verehrt; Gedenktag: 11. Februar


Caedmon von Whitby wird in der Ikongraphie gewöhnlich als Mönch mit einem Buch dargestellt. Er gilt als der erste namentlich bekannte Dichter der englischen Literatur. Dass er als solcher nicht vergessen wurde, verdankt er dem englischen Historiker Beda Venerabilis (gest. 735), der eine Generation nach ihm lebte, und über ihn berichtet hat. Nach seinem Bericht war Caedmon zunächst Hirte im Doppelkloster zu Whitby. Um 657 hörte er eines Abends, wie die Mönche dort die Harfe spielten und sangen. Das erfüllte ihn mit Trauer, da er selbst keine Lieder kannte. Als er an diesem Abend eingeschlafen war, forderte ihn aber jemand im Traum auf, den Anfang der Schöpfung zu besingen. Noch während er träumte, versuchte Caedmon es. Zu seiner eigenen Überraschung hatte er am Folgetag den Anfang eines Gedichts verfasst, zu dem er an den Tagen darauf weitere Strophen verfasste.


Caedmon vertraute sich daraufhin seinem Aufseher an. Dieser führte ihn zu Hilda von Whitby (gest. 680), die damals die Äbtissin von Whitby war. Sie erkannte sein Talent und sah darin eine göttliche Gabe, die sie fördern ließ. Hilda von Whitby wollte, dass das Christentum für alle Menschen auf der britischen Insel verständlich war und nicht nur für die, welche Latein konnten. Sie erkannte, dass Caedmon mit seiner Gabe dafür ein idealer Helfer sein konnte. Daher nahm sie ihn als Laienbruder in ihr Kloster auf und ließ ihn in Kirchengeschichte und Glaubenslehre unterrichten. Dieses Wissen nutzte Caedmon tatsächlich für seine Gedichte über religiöse Themen und zu biblischen Geschichten. Er dichtete auf Englisch, das war das Neue an seinem Werken. Zudem verwendete er Metaphern aus dem Alltagsleben, wobei er sich Jesus Christus ein Vorbild genommen hatte. Caedmon lernte aber nie selbst lesen oder schreiben, sondern diktierte seine Gedichte. Von diesen sind leider nur die ersten neun Zeilen seines Erstlingswerkes, des Schöpfungshymnus, erhalten geblieben.


Bereits 887 wurde das Kloster zu Whitby zerstört, dann dann wieder aufgebaut. Seine Ende kam erst 1539, als es vom englischen König Henry VIII. aufgehoben wurde. Heute sind die Ruinen zu Whitby, wo Caedmon wirkte und Hilda Äbtissin war, ein beliebtes Ziel für Touristinnen und Touristen. In Whitby hat sich außerdem eine Erinnerung an Caedmon gehalten. Eine Schule wurde nach ihm benannt.


Quellen und Literatur

  • Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 52


  • Joachim Schäfer: Artikel Caedmon von Whitby. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienC/Caedmon.htm, abgerufen am 5. Februar 2026

  • Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Cædmon, abgerufen am 5. Februar 2026



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