Für die Schulbildung - Wer war Angela Merici?
- Die Querleserin

- vor 4 Tagen
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Angela Merici (vermutlich 21. März 1474, Desenzano am Gardasee / heute Italien - 27. Jänner 1540, Brescia / heute Italien), Gründerin der Ursulinen; Seligsprechung: 30. April 1768, Heiligsprechung: 24. Mai 1807; Gedenktag: 27. Jänner
Angela Merici ist die Schutzpatronin der Schülerinnen und Schüler sowie der Studentinnen und Studenten und ist außerdem eine Schutzpatronin von Köln zuständig. In der Ikonographie wird sie gewöhnlich als Nonne mit Kindern und einem Kreuz dargestellt. Sie lebte an der Wende vom Spätmittelalter zur frühen Neuzeit.
Angela Merici stammte aus einer am Gardasee ansässigen, vermutlich adligen Familie. Der Vater war Landwirt und besaß in Brescia das Bürgerrecht. Ihre Mutter stammte aus einer angesehenen Familie aus Sálo. Angela Merici und ihre Geschwister verbrachten ihr Kindheit in einem Bauernhaus. Das ländliche Leben in ihrer Kindheit dürfte das weitere Leben von Angela Merici geprägt haben. An Mitarbeit im Haushalt war sie gewohnt, Frömmigkeit gehörte zum Alltag. Sie war nicht ungebildet, das Lesen dürfte sie sich selbst beigebracht haben. Später las sie gerne in der Bibel und in den lateinischen Schriften der Kirchenväter.
Mit etwa 10 Jahren wurde Angela Merici Vollwaise und von einem wohlhabenden Onkel aufgenommen. Das komfortable, gesellschaftliche Leben, das er ihr bieten konnte, soll ihr persönlich nicht zugesagt haben. Dafür bemerkte sie, dass vielen Kindern, die am Gardasee lebten, an Bildung mangelte. Nachdem sie mit etwa 20 Jahren sie Franziskaner-Tertiarin geworden war, beschloss sie etwas dagegen zu unternehmen. Sie organisierte in ihrem Elternhaus eine Art Schule. Mit dieser war sie so erfolgreich, dass sie 1516 gebeten wurde, eine solche Schule auch in Brescia zu eröffnen. Sie übersiedelte deshalb nach Brescia. Um ihren Lebensunterhalt dort bestreiten zu können, war sie genötigt, als Haushaltshilfe tätig zu werden, In Brescia wurde sie bald eine gefragte Ratgeberin und Meditorin.
Mit ca. 50 Jahren gründete Angela Merici die "Compagnia di Sant’Orsola". Die "Gesellschaft der Heiligen Ursula" war vermutlich das erste kirchliche Säkularinstitut. Die Heilige Ursula war Angela Merici aus den Heiligenerzählungen ihrer Kindheit vertraut. Mit dem Gedankengut ihrer Gemeinschaft hatte ihre Entscheidung, Ursula zur Namensgeberin ihrer Gesellschaft machen, eher nichts zu tun. Allerdings war die Heilige Ursula, der immerhin eine Freundinnen- und Begleiterinnen-Gruppe von 10.000 Jungfrauen nachgesagt wird, für Frauenorden eine recht beliebte Heilige, was auch hier eine Rolle gespielt haben könnte.
Angela Mericis Gesellschaft war ursprünglich kein Orden, denn die Frauen, die sich ihr anschlossen, lebten weiterhin bei ihrer Familie. Sie legten lediglich die Gelübde der Armut, des Gehorsams und der Keuschheit ab. Um die "Gesellschaft der Heiligen Ursula" rechtlich abzusichern, verfasste Angela Merici für sie eine eigene Regel. Sie war damit eine der ersten Frauen, die eine Regel für eine Frauengesellschaft selbst verfasste.
Wenige Jahre nach dem Tod von Angela Merici wurde aus ihrer Gesellschaft jedoch ein Orden mit Klausur. Diese wurde später aber wieder aufgegeben.
Quellen und Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 37
Joachim Schäfer: Artikel Angela Merici. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Angela_Merici_von_Brescia.htm, abgerufen am 5. Jänner 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merici, abgerufen am 5. Jänner 2026

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