Der Traum und seine Erfüllung - Wer war Alix Le Clerc?
- Die Querleserin

- 9. Jan.
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Alix Le Clerc (2. Februar 1576, Remiremont, Herzogtum Lothringen/ heute Frankreich - 9. Jänner 1622, Nancy, Herzogtum Lothringen / heute Frankreich); Schulgründerin, Chorfrau; Seligsprechung 4. Mai 1947; Gedenktag: 9. Jänner (Todestag)
Alix Le Clerc, die als Ordensschwester den Namen Maria Theresia vom Kinde Jesu annahm, wird gewöhnlich in der Ikonographie als eine Nonne mit Kruzifix dargestellt. Nach dem, was von ihr überliefert ist, gehörte sie zu jenen Frauen, die innerhalb der Kirche ihren eigenen Weg verwirklichten oder wenigstens versuchten.
Alic Le Clerc stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Ihr Vater war in den Adelstand erhoben worden und sie wurde standesgemäß erzogen. Mit etwa 15 Jahren heiratsfähig, standen ihr alle Möglichkeiten für ein erfolgreiches Leben für Frauen ihrer Gesellschaftsschicht offen. Ihre Eltern wollten sie reich verheiraten, wenn sie gewollt hätte, hätte sie ein Leben als Gesellschaftsdame führen können. Dann aber befiel sie eine Krankheit, die einige Jahre andauerte. Danach weigerte sie sich zu heiraten, weil das die Unterwerfung unter einen Mann bedeutet hätte. Zu dieser Zeit war sie etwa 19 Jahre und behauptete, dass ihr in Träumen, die Muttergottes erschienen war und sie zu einem geistlichen Leben ermuntert hatte.
Als der Vater von Alix Le Clerc 1595 Jahr starb, übersiedelte die Familie in die ländliche Ortschaft Hymont. Alix Le Clerc hatte weitere Träume und fand in Hygmont einen Vertrauten, bei dem sie Unterstützung fand. Der Augustiner Chorherr Pierre Fourier (1565-1640), der später heilig gesprochen wurde, war als Pfarrer von Mattaincourt für den Ort Hymont zuständig und bestärkte sie in ihrer Idee, ihre eigene Ordensgemeinschaft zu gründen. Allerdings wollte sie nicht einfach eine Augustiner Chorfrauen Gemeinschaft gründen, sondern hatte sie einige eigene Ideen, die für die damalige Zeit revolutionär waren. Sie lehnte die zu ihrer Zeit für Frauenorden obligate Klausur ab und wollte ein Leben außerhalb von dieser führen. Zudem wollte sie Mädchen unterrichten. Zu dieser Zeit war eine eigenständige Bildung für Mädchen nicht vorgesehen, und auch Frauen, die offiziell im Rahmen einer Art Schule Unterricht erteilten, eher unüblich.
Alix Le Clerc fand aber drei weitere junge Frauen, die ihre Ideen teilten. 1597 gründeten sie, damals ca. 21jährig, mit diesen gemeinsam den Schulorden der Chorfrauen "Unserer Lieben Frau", die "Notre-Dame-Schwestern". Am 2. Juli 1598 gelang es Alix Le Clerc und ihren Mitstreiterinnen trotz großer Schwierigkeiten in Poussay eine Schule für Mädchen zu eröffnen, die erste Mädchenschule in Lothringen, in der kein Schulgeld verlangt wurde. Der Orden sollte im 17. Jahrhundert noch weitere Mädchenschulen gründen.
1598 verfassten Alix Le Clerc und ihrer Mitstreiterinnen mit Unterstützung von Pierre Fourier die ersten Ordensregeln. 1599 wurde ihr erstes Kloster in Mattaincourt eröffnet. 1606 wurde in Nancy für ihren Orden ein Mutterhaus errichtet, und Alix Le Clerc übernahm bis 1621 das Amt der Oberin. Wenig später starb Alix Le Clerc mit 46 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 13 Klöster.
1616 hatte Papst Paul V. (ursprünglich Camillo Borghese, gest. 1621) dem Mutterhaus in Nancy die päpstliche Approbation erteilt, doch erst um 1642 wurde der Orden von Papst Innozenz X. (ursprünglich Giovanni Battista Pamphilj, gest. 16551621) und somit von der Kirche offiziell anerkannt. Eine Lebensweise von Nonnen oder Chorfrauen ohne Klausur war der Kirche zunächst doch zu verdächtig. Allerdings war Alix Le Clerc langfristig erfolgreich, denn ihr Orden existiert bis heute.
Quelle / Literatur
Bernadette Spitzer: Von Bischofsstab bis Besenstil. Mit 365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom Verlag, Wien, 2020. ISBN 978-3-85351-294-4. S. 19
Joachim Schäfer: Artikel Maria Theresia von Jesus. In: Ökumenisches Heiligenlexikon, Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria_Theresia_von_Jesus.htm, abgerufen am 1. 1. 2026
Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Alix_Le_Clerc, abgerufen am 1. Jänner 2026

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