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Im Schatten der Mutter und des Kirchenvaters - Wer war Eustochia von Rom?

Autorenbild: Die Querleserin
Die Querleserin
27. Sept. 2025
2 Min. Lesezeit

Eustochia von Rom, auch Eustochium oder Julia Eustochium (um 368, Rom / heute Italien - um 420, Bethlehem / heute Westjordanland), Jungfrau, Pilgerin; als Heilige bzw. Selige verehrt; Gedenktag: 28. September


Eustochia, die in der bildnerischen Kunst gewöhnlich als Jungfrau, Eremitin oder Nonne dargestellt, hält als Attribut gewöhnlich eine Lilie. Sie gehört zu jenen Heiligen, die häufig auf ihre Verwandtschaft oder Beziehung zu anderen Heiligen reduziert werden.


Eustochia war eine Tochter der Heiligen Paula von Rom (gest. 404) aus deren Ehe mit Tossozius Toxotius (gest. um 378). Beide Eltern waren aus römischen Patrizierfamilien, die Mutter war eine gläubige Christin, der Vater Heide. Eustochia hatte eine früh verstorbene Schwester mit Namen Blaesilla (gest. um 384), die ebenfalls als Heilige gilt. Es gibt Vermutung, wonach Eustochius von Tours ein Neffe von ihr war, Auch Perpetua (gest. 203) und Volusianus, die später als Heilige verehrt wurden, sollen Verwandte von ihr gewesen sein.


Nach dem Tod des Vaters hatte sich die Mutter Paula den Frauen um die Witwe Marcella von Rom (gest. 410) angeschlossen, zu denen um 382 auch der Heilige Hieronymus (gest. 420), der Sekretär von Papst Damasus (I.) (gest. 384), stieß. Als er um 385 ins Heilige Land zurückkehrte, schlossen sich ihm Eustochia und ihre Mutter an und zogen ebenfalls ins Heilige Land, wo sie sich nach einigen Pilgerreisen dauerhaft in Bethlehem niederließen. Dort gründete die Mutter Paula aus ihrem eigenen Vermögen ein Männerkloster, drei Häuser für Jungfrauen und Witwen und ein Pilgerhospiz. In eines der Häuser für Jungfrauen und Witwen, die als Vorläufer der späteren Klöster gesehen werden, trat Eustochia ein. Obwohl sie sich keineswegs zu gut für niedrige Arbeiten war, widmete sie sich, wie bereits ihre Mutter, dem Studium geistlicher Schriften, angeblich unter Anleitung des Heiligen Hieronymus. Eustochia, die fließend die lateinische und die griechische Sprache beherrschte, konnte auch hebräische Texte lesen.


Nach dem Tod der Mutter übernahm Eustochia die Leitung der Häuser, was keine leichte Aufgabe war, da es inzwischen zu massiven finanziellen Problemen gekommen. Nicht zuletzt hatten die vielen Almosen, die ihrer Mutter an Bedürftige verteilt hatte, das Vermögen der Stiftung stark verringert. 417 wurden die Häuser dann noch Opfer eines Überfalls. Eines von ihnen wurde dabei niedergebrannt, mehrere Frauen, die dort lebten außerdem gefoltert und getötet. Eustochia und Hieronymus gingen davon aus, dass der Patriarch Johannes (II.) von Jerusalem (gest. 417) und Vertreter des Pelagianismus die Verantwortlichen für das Verbrechen waren. Sie sollen sich sogar an den damaligen Bischof von Rom, Innozenz I. (gest. 417, Bischof von Rom 401-417) um Hilfe gewandt haben.


Der Legende nach soll Eustochia zwei Tage vor dem Heiligen Hieronymus gestorben sein, mit dem sie auch nach dem Tod der Mutter weiterhin Kontakt hielt. Wie ihre Mutter und dieser wurde sie zunächst unter der Geburtskirche in Bethlehem beigesetzt. Die Leitung über die Häuser übernahm nach Eustochias Tod eine weitere Paula.


Quellen und Literatur

  • Erhard Gorys (Hrsg.): Lexikon der Heiligen. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1997. ISBN 3-423-32507-0, S. 158f.


  • Artikel bei Wikipedia, Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Eustochium, abgerufen am 23. Jänner 2026

  • Joachim Schäfer: Artikel (Julia) Eustochia. In: Ökumenisches Heiligenlexikon online; Link: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Julia_Eustochia.html, abgerufen am 23. Jänner 2026

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